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Geschichte Londons

Römer

Die Römer unter Kaiser Claudius eroberten England im Jahre 43 n. Chr. und gründeten eine zivile Siedling (kein Legionslager!) namens Londinium. Unter Septimius Severus wurde London Hauptstadt der römischen Provinz Britannia Superior. Im Jahre 314 wurde London Bischofssitz. Danach begann ein schleichender Niedergang. Im Jahr 410 mussten die Römer offiziell das Ende der Besatzung erklärten; die Stadt war praktisch menschenleer.

Angelsachsen

Die Angelsachsen erkannten nach fast 150 Jahren, in denen die Region verlassen gewesen war, die strategisch günstige Position an der Themse. Eine erste Siedlung wurde im Jahre 604 errichtet, allerdings nicht in der antiken, ummauerten City, sondern etwas westlich davon. Diese Siedlung, Hauptstadt des Königreichs Essex, wurde Lundenwic genannt (Hafen von London). Zwei befestigte Siedlungen wurden gegründet, um die wichtigste Brücke (die heutige London Bridge) zu bewachen.

Frühes Mittelalter

Nach der Invasion Großbritanniens durch die Normannen im Jahr 1066 ließ Wilhelm der Eroberer drei Burgen errichten, um Rebellionen zu verhindern (Baynard's Castle, Montfichet's Castle und Tower of London). 1189 wurde der erste Lord Mayor (Bürgermeister) der Stadt gewählt. Die etwas weiter flussaufwärts gelegene City of Westminster wurde zur königlichen Hauptstadt. Wilhelm II. ließ die Westminster Hall errichten, welcher der ältesten heute noch erhaltenen Teil des Palace of Westminster ist. Das mittelalterliche London bestand aus engen, gewundenen Gassen und die meisten Häuser waren aus leicht brennbarem Material wie Holz und Stroh errichtet. Die hygienischen Verhältnisse waren schlecht; so war die Stadt zwischen 1348 und 1666 von sechzehn Pestepidemien betroffen. Nach dem Rosenkrieg Rosenkrieg brachte die Herrschaft der Tudor Stabilität und Wohlstand. Um 1600 war das Gebiet zwischen der City of Westminster und der City of London vollständig überbaut. London war nun eine der wichtigsten europäischen Handelsstädte, so enstand z.B. die Britische Ostindien-Kompagnie im Jahre 1600; London stieg zum wichtigsten Nordseehafen auf. Das späte 16. Jahrhundert war ausserdem eine Blütezeit der Kultur, Londons berühmtestes Theater war das Globe Theatre von William Shakespeare.

Spätes Mittelalter

Der englische Bürgerkrieg begann im August 1642. Die Stadt musste rasch eine eigene Armee aufstellen und die Königstreuen zogen sich zurück. Anschließend wurde ein ausgedehntes System von Befestigungsanlagen errichtet, das nicht nur die Stadt schützte, sondern auch Westminster und Southwark. Im weiteren Verlauf des Krieges blieb London weitgehend unbehelligt. Die Große Pest von 1665 dezimierte die Bevölkerung Londons um 69.000 Menschen und 1666 wurden fast zwei Drittel der Stadt von dem Großen Brand zerstört. Sir Christopher Wren war verantwortlich für den Wiederaufbau zahlreicher Gebäude und Kirchen, darunter auch die Saint Paul's Cathedral. Die Zerstörung der Wohnhäuser in der Stadt führte dazu, dass viele ehemalige Bewohner sich außerhalb der Stadtmauern niederliessen. Dies führte zur Bildung von zahlreichen Vorstädten. Nach dem Edikt von Fontainebleau (1685) flohen viele französische Hugenotten nach London. Ende des 17. Jahrhunderts stieg London zum bedeutendsten Finanzzentrum der Welt auf; die Bank of England entstand 1694. Im Jahre 1709 wurde die London Bridge als erste steinerne Brücke, die über die Themse verläuft, fertig gestellt. Im Juni 1780 war London Schauplatz des Gordon-Aufstands, bei dem sich Protestanten gegen die Gleichberechtigung der Katholiken zur Wehr setzten; es wurden 285 Aufständische getötet.

19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert war London die größte Stadt der Welt und die Hauptstadt des globalen British Empire. Innerhalb von hundert Jahren wuchs die Bevölkerungszahl von 1 Million auf 6 Millionen. London war zu dieser Zeit die politisch und wirtschaftlich mächtigste Stadt der Welt. Allerdings herrschte in der Stadt während der viktorianischen Zeit (benannt nach Königin Victoria) auch extremen Armut. Millionen von Menschen mussten in überbevölkerten und unhygienischen Slums leben. Der Schriftsteller Charles Dickens beschrieb diese Zustände in zahlreichen Romanen wie z.B. Oliver Twist. London wurde im 19. Jahrhundert durch die Eisenbahn völlig verändert. Ein dichtes Netz von Eisenbahnlinien ermöglichte die Bildung von Vororten, von wo aus die wohlhabenderen Leute in die Stadt zur Arbeit pendeln konnten. Bahnhöfe wie Euston (1837), Paddington (1838), Fenchurch Street (1841), Waterloo (1848), King’s Cross (1850), Victoria (1858) und St Pancras (1863)wurden errichtet. Die erste U-Bahn der Welt wurde 1863 eröffnet. Bald wurde London das Ziel von jüdischen und irischen Immigranten. Die Juden profitierten von den Vorzügen der liberalen Gesellschaft und dem Wegfall von Handelsbeschränkungen, während die Iren vor der großen irischen Hungersnot ("great famine") flüchteten. Es gab sogar eine Periode, in der 20% der Londoner Bevölkerung Iren waren! Im 19. Jahrhundert wurden ausserdem viele bedeutende Bauten errichtet, darunter der Trafalgar Square, Big Ben, der Westminster-Palast, die Royal Albert Hall, das Victoria and Albert Museum, die Tower Bridge und die Universität von London (1860).

20. Jahrhundert

London wurde im 1. Weltkrieg durch Zeppeline bombardiert. Die Bomben töteten etwa 700 Personen und verbreiteten Furcht und Schrecken, doch dies war nichts, verglichen mit den Geschehnissen während des 2. Weltkriegs. Vor allem 1940/41 erlitt London durch Angriffe der deutschen Luftwaffe schwere Verwüstungen. Diese Bombardements gingen mit dem Namen "the blitz" in die Geschichte der Stadt ein. London war gerade deshalb ein so "beliebtes" Ziel, weil die Stadt stark industrialisiert war und die Moral der Bevölkerung gebrochen werden sollte. Viele Londoner Kinder wurden in ländliche Gegenden geschickt. Insgesamt kamen 80.000 Menschen ums Leben, Zehntausende Gebäude waren zerstört und Hunderttausende von Menschen obdachlos. London hatte häufig große Probleme mit der Luftverschmutzung zu bewältigen. Der Begriff Smog wurde sozusagen Anfang des 20. Jahrhunderts in London erfunden (als Mischung zwsichen "smoke" und "fog"). Im Dezember 1952 kam es zu einer Smog-Katastrophe, an der mehrere Tausend Menschen starben.

21. Jahrhundert

Aufgrund der zunehmenden innerstädtischen Staus setzte Mayor (Oberbürgermeister) Ken Livingstone im Jahre 2003 die Einrichtung einer City-Maut (congestion charge) durch. Am 7. Juli 2005, einen Tag nachdem die Stadt als Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2012 gewählt worden war, kam es in London zu mehreren Explosionen in U-Bahn-Stationen und Bussen. Am 21. Juli 2005 kam es zu einem erneuten Zwischenfall.

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